Projekte
Musikleben des Spätmittelalters in der Region Österreich
Between Orality and Literacy: Music in the Moravian Missions, 1732–2009
FWF-Projekt Individualgeschichte ostafrikanischer Musiker-Komponisten
Die italienische Opera buffa auf der Wiener Bühne (1763-1773)
Musikleben des Spätmittelalters in der Region Österreich
Projektleiterin: Univ.-Prof. Dr. Birgit Lodes
Projektmitarbeiter: Prof. em. Dr. Reinhard Strohm; Marc Lewon
Projektdauer: 2011–2014; FWF
1. Ziele und allgemeine Charakteristik
Musikleben ist ein Forschungsprojekt, das neue Erkenntnisse zur musikalischen Kultur in der Region Österreich um 1340-1520 anstrebt. Es ist eine wissenschaftliche Untersuchung der Bedeutung von Musikkultur, ausgehend von Dokumenten wie Musikaufzeichnungen, Archivdokumenten, literarischen Texten, Bildern aus Kunst, Architektur und materieller Überlieferung, die in eine neue Geschichte des Musiklebens der Region eingebettet werden. Der Text, in allgemeinverständlicher Sprache, ist in 40 kurze Kapitel gegliedert, die etwa in Form eines Museumskataloges jeweils bestimmte Musikstücke oder Dokumente hervorheben. Auch Klangbeispiele werden geboten.
2. Forschungsstatus
Musikleben unterscheidet sich von früherer Forschung in diesem Gebiet vor allem durch die Konzentration auf Kulturgeschichte. Überlieferte Musik wird in den Zusammenhang des "Musiklebens" damals lebender Menschen gestellt; Themen sind Materialität und Spiritualität, Alltag, künstlerische Praxis, volkstümliche und höfische Kulturen, zeremonielle und intellektuelle Traditionen. Räumliche Aspekte und Differenzen werden neu bewertet, aber auch das Verhältnis des Musiklebens der Region zum übrigen Europa.
3. Humanressourcen
Die drei Hauptmitarbeiter sind: Univ.-Prof. Dr. Birgit Lodes, Universität Wien; Prof. em. Dr. Reinhard Strohm, Universität Oxford und Beiratsmitglied des Zentrums Kulturwissenschaften an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Mag. cand. phil. Marc Lewon, Musikwissenschafter und aufführender Musiker, Doktorand an der Universität Oxford. Über 30 internationale Experten der Musikgeschichte, Kulturgeschichte und anderer verwandter Disziplinen haben ihre Mitarbeit in Werkverträgen oder als ehrenamtliche Berater zugesagt. Zudem werden NachwuchsforscherInnen (DiplomandInnen und DoktorandInnen der Universität Wien) über Werkverträge eingebunden.
4. Produktions- und Kommunikationsstrategien
Um eine breite Leserschaft zu erreichen, wird das Projekt sowohl in Buchform als auch online publiziert. Eigens beauftragte Einspielungen der beschriebenen Stücke werden als Tonbeispiele mit angeboten (online) oder als CDs beigelegt (Buchform). Die Ergebnisse werden auf internationalen Tagungen und in individuellen Publikationen vorgestellt.
5. Beabsichtigte Ergebnisse und Wirkung
Musikleben will die Anwendbarkeit kulturwissenschaftlicher Studien auf die Musikgeschichte dieser Epoche erweisen und die Bedeutung der regionalen Musik im europäischen Kontext neu bewerten. Seine Wirkung betrifft Methodologie - als kulturgeschichtliche Historiographie der Musik - und Interpretation - als Neubewertung der Rolle Österreichs in der europäischen Musikkultur des Spätmittelalters.
Between Orality and Literacy: Music in the Moravian Missions, 1732–2009
Projektleiterin: Prof. Dr. Anna Maria Busse Berger
Co-Antragstellerin: Univ.- Prof. Dr. Birgit Lodes
Projektdauer: 1. Juli 2011 bis 30. September 2012
Lise Meitner-Projekt des FWF, M1200
The purpose of the project is to investigate how the vibrant music tradition of the eighteenth-century Moravians in Germany, a tradition which was primarily based on singing and improvisation of chorales, was transmitted and altered when missionaries converted natives in the eighteenth to twentieth centuries. To my knowledge, the Moravians were the only religious group that used improvisation for religious purposes. They felt that only through the unpredictability of improvisation could they become close to the Holy Spirit. How did these improvised chorales fare when translated into different cultures? The first missionaries went to St. Thomas in the Virgin Islands in 1732, followed by Greenland in 1733 and Surinam/Berbice in 1735-38. For the purpose of this project, I will concentrate on Moravian congregations in Greenland, Surinam, and Tanzania.
Now, my general question is how did this extraordinary musical tradition fare in the mission stations? This leads to a number of specific questions: Did missionaries translate and publish the chorales they used in their missions? Were these chorales similarly memorized? Did they ask natives to compose new hymn verses with images they would understand better and melodies which they would find more attractive? Did they continue with the “Singstunde” tradition? Was there any room for improvisation? Were there other possible outlets for communicating with the Holy Spirit? If they were open to native culture, what room was there for native music? Finally, what is left of these chorales today? Are they still being sung in church? Did they make it into popular music? The archive in Herrnhut has collected thousands of letters and diaries by these missionaries which have hardly been explored.
Throughout my scholarly career, I have worked on various aspects of the interface between orality and literacy. Now I want to enlarge the scope and see what happens when literate European missionaries are introducing oral societies to writing.
Individualgeschichte ostafrikanischer Musiker-Komponisten
Das Projekt hat die systematische Erforschung und Dokumentation von Lebensgeschichten und Entwicklung der künstlerischen Arbeit von einer Zahl von Instrumentalisten und Komponisten des 20./21. Jahrhunderts in einem großen Gebiet Ostafrikas, reichend von Uganda über Tansania und Malawi bis Mosambik, zum Ziel. Von Kubik und anderen Mitgliedern des Teams früher bereits gesammeltes Material soll durch neue Forschungen erweitert werden. Ältere Musiker-Komponisten, zu denen der Kontakt abgerissen ist, sollen wiederentdeckt und Geschichten von Musikern, die früher aufgenommen worden waren aber nicht mehr leben geschrieben werden. Es handelt sich hier wohl um das erste ethnomusikologische Unternehmen dieser Art im subsaharischen Afrika. Wir erwarten uns dabei (a) neue Einsichten zu gewinnen in die kompositorischen Techniken, die diese kreativen Individuen im Verlauf ihres Lebens verwendet haben, und (b) ostafrikanischen Musiker-Komponisten den ihnen zustehenden Platz im internationalen Panorama kreativer Musiker-Persönlichkeiten zu geben, unabhängig davon, ob sie ihre Werke zu Papier gebracht haben oder sie nur mündlich weitergeben.
Projektleiter: Doz. Ao. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Kubik
FWF-Forschungsprojekt P23834, Dauer: 2 Jahre (10.07.2011-09.07.2013)
Die italienische Opera buffa auf der Wiener Bühne (1763-1773)
Projektleiter: Prof. Dr. Michele Calella
Projektmitarbeiterinnen: Dr. Martina Grempler, Mag. Ingrid Schraffl
Projekthomepage
Das im Mai 2009 begonnene FWF-Projekt befasst sich mit Werken der Opera buffa, die aus Italien importiert und für die Wiener Bühnen bearbeitet wurden. Ziel ist es, die Wiener Fassungen dieser Opern zu rekonstruieren und in ihrem Aufführungskontext detailliert zu untersuchen. Damit soll zum einen ein Beitrag zum Forschungsgebiet der Bearbeitungspraxis geleistet werden, das gerade für die Oper des 18. Jahrhunderts eine so bedeutsame Rolle spielt. Zum anderen bietet die systematische Aufarbeitung der in Wien um 1770 gespielten Opere buffe einen Beitrag zur Erforschung der Wiener Musikgeschichte und befasst sich dabei mit einem bislang im Schatten der Mozartforschung stehenden Kapitel.
Die wesentliche Quellengrundlage des Projekts bilden neben den Libretti zu den Wiener Aufführungen die in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek erhaltenen Partituren, die die Wiener Fassungen widerspiegeln.
Zu den bei den Wiener Aufführungen verwendeten Einlagenummern wird gegenwärtig eine Datenbank erstellt, die etwa zu Beginn 2012 über die Projekthomepage zugänglich sein soll. Außerdem ist für Herbst 2011 ein Internationaler Kongress „Oper im theresianischen Wien“ in Planung.
Universität Wien
Universitätscampus AAKH
Spitalgasse 2-4, Hof 9
1090 Wien



