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Hans-Joachim Hinrichsen (Zürich)

Musikalische Interpretation

(Ringvorlesung Musik Kultur Wissenschaft II am Montag, den 14. Mai 2012)

 

„Aller bestehenden Musik [...] ist das Interpretiertwerden wesentlich“ (Theodor W. Adorno). Daher ist es nur folgerichtig, dass sich die Musikwissenschaft seit längerem auch mit der praktischen Interpretation von Musik befasst. Die sogenannte „Interpretationsforschung“ (im anglophonen Sprachraum: „performance studies“) ist in inzwischen eine veritable musikologische Teildisziplin. Viele grundsätzliche Probleme sind aber nach wie vor ungeklärt. In der Vorlesung soll daher gefragt werden, wie der keineswegs selbstverständliche Status der noch jungen Interpretationsforschung innerhalb des Fachs zu bestimmen wäre. Was ist ihre methodische raison d’être? Kann sie als autonome Teildisziplin überhaupt sinnvoll sein? Ist sie lediglich eine reizvolle Ergänzung oder aber eine notwendige Erweiterung der herkömmlichen Musikwissenschaft? Welche Rolle kommt ihr innerhalb einer möglichst umfassend gedachten Musikgeschichtsschreibung zu?

 

Webstream der Vorlesung (RealPlayer empfohlen)

 

Literaturempfehlungen:

Danuser, Hermann (Hrsg.), Musikalische Interpretation, Laaber 1992 (= Neues Handbuch der Musikwissenschaft, 11)

ders., [Artikel] Interpretation, in: MGG2, Sachteil

Hinrichsen, Hans-Joachim, Musik – Interpretation – Wissenschaft, in: Archiv für Musikwissenschaft 57 (2000), S. 78–90

ders., Furtwängler und Schumann. Überlegungen zum Gegenstand der Interpretationsforschung, in: Andreas Ballstaedt / Hans-Joachim Hinrichsen (Hrsg.), Werk-Welten. Perspektiven der Interpretationsgeschichte, Schliengen 2008, S. 44–71

Lawson, Colin / Stowell / Robin (Hrsg.), The Cambridge History of Musical Performance, Cambridge 2012

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