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Tag der offenen Tür

Samstag, 16. Juni 2018 – Institut für Musikwissenschaft

Spannendes aus der musikalischen Akustik, der Musikgeschichte und der Ethnomusikologie: die faszinierende Welt des Hörens entdecken, Schwingungen visualisieren, interaktiv komponieren, körperliche Reaktionen auf Musik und Geräusche beobachten. Programm für die ganze Familie.


Am Tag der offenen Tür des Instituts der Musikwissenschaft erwartet Sie ein interessantes und abwechslungsreiches Programm:

„Stop Making Noise!“

„From voice to noise: Wie laut bist Du?“ Im Reflexionsarmen Raum des Instituts können Kinder und Erwachsene mit Hilfe eines Schallpegelmessers und einer Lärm-Ampel testen, wie laut sie schreien können. „Nasty Noises: Warum sind Quietschgeräusche so unangenehm?“ Ob Bremsenquietschen oder Wandtafelkratzen – all diese Geräusche werden als äußerst unangenehm empfunden. An interaktiven Beispielen lässt sich zeigen, wie die störende Geräuschwirkung verringert werden kann, wenn Tonhöheneigenschaften oder bestimmte Frequenzbänder aus dem Klang entfernt werden. „Adding noise to noise: Geräuschmaskierung in Großraumbüros“. Um auch in Großraumbüros konzentrationsstörende Pegelschwankungen gering zu halten, werden häufig Geräuschteppiche mit Rauschen oder bestimmten Ambient-Klängen verwendet. Wie das genau funktioniert, können BesucherInnen an dieser Station erfahren.

LabVisit I

Was sind die Möglichkeiten, Grenzen und Illusionen unseres Gehörs? Wie können Klänge und Geräusche mithilfe von technischen Geräten visualisiert werden? Fragen wie diese stehen im Zentrum des erste Teils der LabVisit am Institut für Musikwissenschaft, bei der BesucherInnen mehrere spannende Stationen zur Verfügung stehen. „Station without Reverberation: Enter the Semi-Anechoic Chamber“. Dabei handelt es sich um einen speziellen reflexionsarmen Raum, der aufgrund seiner nahezu nachhallfreien Eigenschaften als Experimentierumgebung für eine Vielzahl von Untersuchungen dient. Er bietet für viele Menschen eine neue und besondere Erfahrung, da das Auge zwar Wände sieht, das Ohr jedoch eine freie unbegrenzte Fläche ohne Rückwürfe hört. „Spuren im Sand: Kundtsches Rohr und Chladnische Figuren“. An dieser Station wird anhand verschiedener in Schwingung versetzter Metallplatten, Federn und Luftsäulen Sand- und Staubfiguren erzeugt, anhand derer man die Schwingungseigenschaften des jeweiligen Systems erkennen kann. Mit einem Swing-o-Graphen können BesucherInnen sich kunstvolle dreidimensional Schwingungsbilder zeichnen lassen. „Immer mit der Ruhe: Slow Motion mit Stroboskop und Hochgeschwindigkeitskamera“. Mit Hilfe eines Stroboskops lassen sich schnelle periodische Vorgänge (z.B. Saiten- oder Zungenschwingungen) für das Auge extrem verlangsamen. Mit einer Hochgeschwindigkeitskamera können auch unperiodische Vorgänge in Zeitlupe betrachtet werden, wie zum Beispiel die Schwingungen eines Beckens. „Ich höre was, was Du nicht siehst: Akustische Täuschungen und Illusionen“. Es gibt nicht nur optische Täuschungen, sondern auch eine Vielzahl an akustischen Täuschungen, wie z.B. Schall, der nicht da ist, aber dennoch gehört wird, unendlich steigende und fallende Tonleitern, paradoxe Klänge und vieles mehr.

LabVisit II

Der zweite Teil der LabVisit bietet das Institut für Musikwissenschaft BesucherInnen die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen mit Schall, Musikwirkung, ihren Ohren und ihrer Stimme zu machen. Hierfür stehen mehrere Stationen zur Verfügung. „Mit eigenen Ohren in fremden Welten: Individuelle Hörwahrnehmung in virtueller Realität“. Mithilfe einer VR-Brille können BesucherInnen in virtuelle Realitäten eintauchen. Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit dem Schallforschungsinstitut der ÖAW ist es möglich geworden, in einer virtuellen Umgebung mit den Ohrläppchen anderer Menschen zu hören, die so individuell sind wie ein Daumenabdruck. „Gänsehaut und starke Emotionen: Die Schauer-Power der Musik“. Bei besonders ergreifenden Momenten in der Musik spürt man oft Gänsehaut oder Schauern. BesucherInnen werden beim Musikhören an den institutseigenen Biodatenlogger angeschlossen und können anhand der Biodatenkurven live mitverfolgen, wie sehr sie von ihrer oder anderer Musik körperlich ergriffen werden und wie sich der Schauer bei musikalisch ergreifenden Stellen messtechnisch auswirkt. „Stimmt Ihre Stimme? Kostenlose Stimmfeldmessung für die Sprech- und Singstimme“. Mit dem vom Teaching Award 2016 erworbenen Stimmfeldmesssystem können BesucherInnen kostenlos ihre Sing- und Sprechstimme messen lassen und die Ergebnisse denen von professionellen SängerInnen und SprecherInnen gegenüberstellen. „Ich sehe was, was Du nicht hörst: Kostenloser Hörtest“. In Zusammenarbeit mit „Audienz – Musikalische Hörberatung“ können die BesucherInnen an einem kostenlosen professionellen Hörtest teilnehmen sowie individuelle Beratung zu Hörschutz, Hörgeräten und Ohrenpflege erhalten.

Sprechstunde! Was machen eigentlich MusikwissenschaftlerInnen?

Was machen eigentlich MusikwissenschafterInnen? Eine Antwort auf diese Frage geben Forschende und Lehrende des Instituts für Musikwissenschaft in einer eigenen „Sprechstunde“. BesucherInnen erklären sie dabei anhand eines ausgewählten Gegenstandes, der stellvertretend für ihre Forschung steht, mit welchen Themen sie sich beschäftigen, auf welche Weise sie diese bearbeiten und wie ihr Arbeitsalltag rund um diesen Gegenstand in den verschiedenen Dimensionen der Universität aussieht. Die Wissenschaftlerinnen geben aber nicht nur einen Einblick in ihre Forschungs- und Arbeitswelt, sondern ermöglichen im persönlichen Gespräch in kleiner Runde auch, auf persönliche Interessen der BesucherInnen einzugehen und so einen offenen Dialog zu starten. Behandelt werden u.a. folgende Fragen: Wie erforscht man Musik?, warum machen Menschen Musik?, weshalb gibt es Ohrwürmer?, wie entsteht eine Vorlesung?, wie und warum schreibt man heute ein Buch über Musik vor 200 Jahren?, warum versteht man OpernsängerInnen auf der Bühne so schlecht?, was hat Schlagermusik mit der Vorstellung von "Heimat" zu tun? oder Musikgeschmack – was ist das?

Alea musica iacta est

Von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jh. erfreuten sich musikalische Würfelspiele großer Beliebtheit und die Menschen verbrachten lange Nachmittage und Abende mit der Zusammenstellung und Aufführung der erwürfelten Stücke. Ein solches musikalisches Würfelspiel bestand aus ein bis drei Würfeln, einer Tabelle und einem dazupassenden Notenblatt. Die zum Spiel gehörende Tabelle verwies auf einzelne Takte des Notenblatts und war so aufgebaut, dass ihre Zeilen mit der Augenzahl des Würfels korrespondierten sowie ihre Spalten mit der Reihenfolge des Wurfs. Nach einer Reihe von Würfen erhielt man stets ein in sich stimmiges Musikstück, da die aufeinanderfolgenden Takte trotz unterschiedlicher Rhythmik und Melodik stets dem gleichen Harmonieschema folgten. Auf der Ausstellung „Alea musica iacta est“ werden diese musikalischen Würfelspiele für BesucherInnen wieder zum Leben erweckt und über interaktive Workstations spielbar.

Nähere Informationen sowie eventuelle Änderungen und Ergänzungen folgen!


20 Jahre Uni Wien Campus

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Jubiläums 20 Jahre Uni Wien Campus statt. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website https://campus.univie.ac.at . Einen Überblick über alle Jubiläums-Events gibt es hier.

 

 

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