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MMag. Martina Montanari

Ein Musikwissenschaftler und -kritiker zwischen Politik, Forschung und Boulevard. Leben und Wirken von Edwin von der Nüll (1905–1945) (Betreuer: Wolfgang Fuhrmann)

m.montanari@mailbox.org

Lebenslauf

  • Dissertationsprojekt seit WS 2013/14
  • Dies doctoralis absolviert am 03.03.2015
  • 2014/15 Abschluss der Zertifikatslehrgänge Kulturmanagement und Kulturvermittlung am Institut für Kulturkonzepte Wien
  • 2014 – heute Mitarbeiterin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien (Künstlerisches Betriebsbüro)
  • 2014 Abschluss der Diplomstudien Klavier und Dirigieren am Prayner Konservatorium für Musik und dramatische Kunst Wien
  • 2012–2014 diverse Praktika bei Künstleragenturen, Verlagen, Museen und Festivals in Wien und Umgebung
  • 2012 Lehrgang Eventmanagement an der European School of Economics in Rom
  • 2012 Abschluss der Diplomstudien Musikwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien

Abstract des Dissertationsprojekts

Edwin von der Nüll (1905–1945) war ein Musikforscher und -publizist der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der heute nur noch im Kontext der Bartók-, Furtwängler- und Karajan-Forschung ein Begriff ist. Von der Nüll studierte in den Zwanzigerjahren in Berlin Musikwissenschaft bei Fachgrößen wie Georg Schünemann und strebte eine akademische Laufbahn an.

In dieser Zeit entstanden seine ersten Schriften, vornehmlich über Themen und Fragestellungen der Neuen Musik, darunter insbesondere die erste deutschsprachige Monographie über das Werk von Béla Bartók. Ein Versuch, sich zu habilitieren, scheiterte jedoch, und ab 1937 war von der Nüll hauptberuflich als Journalist bzw. Musikschriftleiter bei mehreren Tages- und Wochenzeitungen tätig – hauptsächlich bei der Berliner Zeitung am Mittag. Dort erschien im Oktober 1938 die für von der Nüll folgenschwere Kritik über eine Tristan-Aufführung durch den jungen Herbert von Karajan mit dem Titel „Das Wunder Karajan“. Sie ging als sogenannte „Wunderkritik“ in die Geschichte ein und erzürnte hohe politische Kreise.

Möglicherweise aufgrund einer Intervention Furtwänglers wurde von der Nüll in den Wehrdienst versetzt und arbeitete im Musikreferat der Deutschen Luftwaffe, bis er in den letzten Kriegstagen 1945 an der deutsch-polnischen Grenze unter nicht bekannten Umständen fiel. Durch den Fund eines Nachlasses konnte mehr Licht in das von Brüchen gezeichnete Leben Edwin von der Nülls gebracht werden. In dieser Dissertation soll versucht werden, von der Nülls Biographie zu rekonstruieren und in den historischen Kontext zu stellen sowie sein vielseitiges Werk – neben den musikwissenschaftlichen Schriften und Zeitungsartikeln auch eine unveröffentlichte Habilitationsschrift von 1933 – wissenschaftsgeschichtlich einzuordnen und zu diskutieren.

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