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Newsletter Musikwissenschaft
Nummer 9a, Sondernewsletter Regine Allgayer-Kaufmann

 
 
 

Regine Allgayer-Kaufmann bei der Abschiedsfeier am Institut (klicken zum Vergrößern)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe KollegInnen und FreundInnen des Musikwissenschaftlichen Instituts,

wir möchten die Pensionierung von Regine Allgayer-Kaufmann zum Anlass nehmen, einen Sondernewsletter mit einigen Worten des Dankes zu versenden.

Das Institut für Musikwissenschaft


 

Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Regine Allgayer-Kaufmann, Professorin für vergleichende Musikwissenschaft an der Universität Wien, hat Anfang Oktober 2015 wohlverdient ihren Ruhestand angetreten. Regine Allgayer-Kaufmann war dreizehn Jahre lang an unserem Institut tätig und hat das Institut, seine Ausrichtung und fachliche Orientierung als Ethnomusikologin maßgeblich mitgeprägt und weiterentwickelt. Mit diesem Sondernewsletter möchte sich das Institut für Musikwissenschaft herzlich bei Regine Allgayer-Kaufmann für ihr Engagement und ihren Einsatz bedanken.

Regine Allgayer-Kaufmann widmete ihre gesamte akademische Laufbahn und damit einen bedeutenden Teil ihres Lebens der Ethnomusikologie. Nach dem Studium der Musikwissenschaft  an der Freien Universität Berlin promovierte sie in Vergleichender Musikwissenschaft mit einer Arbeit über die aboios, die Rufgesänge der Viehhirten im Nordosten Brasiliens. Anschließend beschäftigte sie sich in ihrer Habilitationsschrift ebenfalls mit der Musik des Nordostens Brasiliens, nämlich den Instrumentalensembles bandas de pifanos. Sie war als Forscherin, Lehrbeauftragte und Oberassistentin am Seminar der Vergleichenden Musikwissenschaft der Freien Universität Berlin sowie am Musikwissenschaftlichen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen als Lektorin tätig, bevor sie im Jahr 2001 eine Gastprofessur am Institut für Musikwissenschaft in Wien annahm. Ein Jahr später erfolgte der Ruf nach Wien auf den Lehrstuhl der Vergleichenden Musikwissenschaft – als erste Frau in der Professorenkurie des Instituts. Einige Jahre ihrer Zeit am Institut war sie zusätzlich zur Professur als Institutsvorständin und als Vize-Dekanin der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät tätig.

Als Professorin am Institut für Musikwissenschaft blieb sie ihrem Forschungsgebiet Brasilien treu und erweiterte ihr geografisches Interesse in den letzten Jahren Richtung Afrika. Neben Fragen zu Rhyhmus und Timing oder Musikästhetik interessierte sich Regine Allgayer-Kaufmann speziell auch für Fragen rund um Musik und Gender. Ihre Forschungsschwerpunkte zeigten sich immer auch in ihrer Lehre. So hielt sie z.B. beliebte Vorlesungen zur Musica Popular Brasileira und initiierte zwei Exkursionen zum Karneval in Brasilien und praktische Lehrveranstaltungen zu Samba- und Maracatu-Ensemblemusik. Mit ihrer lebendigen und persönlichen Art schaffte sie es als Lehrende, Studierende für viele verschiedene Inhalte zu begeistern. Mit den Exkursionen nach Brasilien, Madagaskar und Malawi, die sie gemeinsam mit KollegInnen organisierte, eröffnete sie Einblicke in Methoden der Feldforschung. In einigen Studierenden konnte sie so langfristiges Forschungsinteresse an der Ethnomusikologie entfachen. Dies zeigt sich nicht nur in den in diesem Fachbereich verfassten Abschlussarbeiten, sondern auch in der studentischen Initiative EMuK. Der Ethnomusikologische Kulturverein wurde  2011 von ihren Studierenden gegründet und setzt sich über das Studium hinaus in der Freizeit mit ethnomusikologischen Fragen auseinander.

Die Vielfalt von Regine Allgayer-Kaufmanns Arbeit für das Institut, ihr persönlicher Einsatz für das Fach und ihre Herzlichkeit ihren Mitmenschen gegenüber werden am Institut einen bleibenden, schönen Eindruck hinterlassen. Sie hat nicht zuletzt durch ihre methodischen Interessen und ihre Begeisterung für die Feldforschung die vergleichende Musikwissenschaft an unserem Institut ganz entschieden geprägt und mit ihrer konstruktiven Art, ihrer positiven Ausstrahlung und Kreativität ganz wichtige Impulse im Institutsleben gesetzt.

Vor einigen Jahren antwortete Regine Allgayer-Kaufmann auf die Frage, warum wir eigentlich forschen, damit, dass es in der Natur der Menschen läge, neugierig zu sein. Wir wünschen Regine, dass sie noch lange ihrer forscherischen Neugierde und dem Schreiben über die vielfältige Musik der Welt nachgehen kann, damit wir auch in Zukunft ihre Gedanken zur Ethnomusikologie lesen und diskutieren können. Wir danken Regine Allgayer-Kaufmann sehr herzlich für die anregende Zeit der Zusammenarbeit und wünschen ihr einen angenehmen „Ruhestand“ - hoffentlich mit steter Verbindung auch zu unserem Institut!

 

Fotobericht der Abschlussfeier am Institut

 
 
  Impressum:
Institut für Musikwissenschaft
Universität Wien
Universitätscampus AAKH
Spitalgasse 2-4, Hof 9
1090 Wien
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