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Tragicommedia in musica. Entstehung, gattungsbezogene Merkmale und Wirkung der ‚genera mixta‘ vor Metastasio (ca. 1690–ca. 1730)

Early Postdoc.Mobility Projekt
(Schweizerische Nationalfonds, SNF 168650)

Projektlaufzeit: 2016–2018

Stipendiat: Dr. des. Livio Marcaletti
liviomarcaletti@alice.it
Gastprofessor: Univ.-Prof. Dr. Michele Calella  

In den letzten Jahrzehnten haben musikwissenschaftliche Studien auf die Bedeutung der musiktheatralischen Genera mixta zwischen 18. und 19. Jahrhundert – wie etwa Tragicommedia in musica, Opera semiseria usw. – zunehmend fokussiert. Die traditionelle Musikgeschichtsschreibung neigt indessen dazu, die Entwicklung der italienischen Oper im frühen Settecento als Dichotomie zwischen Opera seria und komischen Gattungen (Opera buffa, Intermezzi) zu beschreiben. Dabei ist die Entstehung und Fortführung gemischter Operngattungen bisher kaum berücksichtigt worden.

Während die meisten italienischen Opern des späten 17. Jahrhunderts zur Kategorie Dramma per musica gehörten und verwickelte Handlungen mit Ernstem und Komischen vorsahen, brachten die Reformtendenzen des ersten Settecento zur Entwicklung unterschiedlicher Operngattungen, die jeweils das Komische ausgrenzten (und sogar ein tragisches Ende vorsehen konnten) oder vorzogen. Dazwischen existierte jedoch eine Menge von Tragicommedie in Musica, Tragicommedie pastorali, Drammi eroicomici, Parodien usw., vor allem in Venedig und Wien.

Das vorliegende im Oktober 2016 begonnene Projekt zielt auf eine Auswertung solcher Werke (ca. 1690–ca. 1730), um gemeinsame gattungsbezogene Merkmale und Neuerungselemente aufzufinden, die Rolle der zeitgenössischen theatertheoretischen und literarischen Debatten sowie der Publikumserwartungen zu bewerten.

Institut für Musikwissenschaft
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