Gastvortrag Theresa Schütz (FU Berlin)

18.06.2026 09:29

"Theater der Vereinnahmung 2.0"

Donnerstag, 18. Juni 2026 – 18:30 Uhr – Hörsaal 1 am Institut für Musikwissenschaft

Interessierte sind herzlich eingeladen!

Abstract

Der Vortrag unternimmt eine Rückschau auf dominante Entwicklungen im Bereich immersiven Theaters in den vergangenen fünf Jahren, insbesondere seit der Pandemie. Welche Veränderungen inhaltlicher, formaler, produktions- und wirkungsästhetischer Art sind z.B. bei Arbeiten etablierter Gruppen wie SIGNA, Nesterval oder Punchdrunk auffällig? Was lässt sich an den Neuentwürfen immersiven Theaters einer nachfolgenden Künstler*innengeneration beobachten? Wie verhalten sich diese zur stetig weiterreichenden Kommerzialisierung immersiver Formate? Und vor allem: welche Widerständigkeit kann ein zeitgenössisches immersives Theater, das sich der Kunst ästhetischer Welterzeugung widmet, in einer Zeit des ubiquitären postfaktischen und „faketionalen“ (Strässle 2019, 39) Realitäts- und Weltenpluralismus überhaupt noch entfalten?

Biographie: Theresa Schütz hat Literatur- & Kulturwissenschaft (BA), Theaterwissenschaft (MA) sowie Kultur- und Medienmanagement (MA) studiert und wurde 2021 zu Theorie und Ästhetik immersiver Theaterformen promoviert. Aktuell ist sie Postdoktorandin im SFB „Affective Societies" an der FU Berlin, freie Theaterkritikerin und zudem kuratorisch tätig (Fonds Darstellende Künste, Scout Festival IMPULSE). 2023 war sie Vertretungsprofessorin an der Folkwang Universität in Essen. Zu ihren Schwerpunkten gehören: Gegenwartstheater, Tanz und Performance, Festivalforschung, Prozesse institutionellen Wandels im Kulturbetrieb, Emotions- und Affektforschung. Zuletzt erschienen: Stimme - Kritik - Emotion. Festschrift für Doris Kolesch, hg. gemeinsam mit Jenny Schrödl. Berlin: Neofelis 2025; im Erscheinen: Kollektive Arbeitsweisen in den darstellenden Künsten. Perspektiven aus Theorie & Praxis, hg. gemeinsam mit Jule Gorke et al. Berlin: Neofelis 2026.

 

© Miriam Klingl