Dienstag, 16. Juni 2026 – ab 9:00 Uhr – Bühne am Medialab der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät (Josef-Holaubek-Platz 2, UZA 2, Rotunde)
Der Vortrag beginnt mit einer Einführung in die Psychoakustik bietet einen Überblick über Phänomene im Zusammenhang mit der menschlichen Wahrnehmung von Schall. Es werden einige relevante Parameter sowie Werkzeuge der Signalverarbeitung vorgestellt und aktuelle Einblicke in Hörversuche und die Skalierung von psychoakustischen Größen auf der Grundlage des Sottek-Gehörmodells präsentiert.
Interessierte sind herzlich eingeladen!
Programm:
- 8:30 Uhr: Kaffee
- 9:00 Uhr: Roland Sottek "Grundlagen der Psychoakustik"
- 9:45 Uhr: Pause
- 10:00 Uhr: Christoph Reuter "Analysetools/Signalanalyse des SInES-Labs"
- 10:30 Uhr: Pause
- 11:00 Uhr: Roland Sottek "Psychoakustik – Die Zukunft ist jetzt!"
- ab 12:00 Uhr: Führung durchs MediaLab
Abstract
Auf dem heutigen Markt gewinnt die Klangqualität angesichts des zunehmenden Wettbewerbs und neuer akustischer Standards immer mehr an Bedeutung. Dies erfordert präzise Qualitätsprognosen, die einfach und schnell erstellt werden können. Psychoakustische Parameter sind in der Regel die erste Wahl für diese Klangqualitätskennzahlen. Allerdings werden diese Parameter oft falsch angewendet oder missverstanden, und ihre Verwendung in der Gesetzgebung hat sich nur langsam durchgesetzt. Gesetzliche Vorschriften enthalten oft nur Richtwerte für maximale A-bewertete Schalldruckpegel oder bestenfalls Pegelabzüge für beispielsweise sehr tonale Geräusche.
Um die sinnvolle Nutzung psychoakustischer Parameter zu fördern, muss ihre Anwendung verständlicher gemacht werden. Zu diesem Zweck wurde das „psychoakustische Thermometer“ eingeführt, um die Bedeutung standardisierter psychoakustischer Parameter auf der Grundlage des Sottek-Gehörmodells anschaulich darzustellen. Zudem ermöglicht die detaillierte Beschreibung in der internationalen Norm ECMA-418-2 eine präzise Umsetzung.
Im Vortrag werden aktuelle Entwicklungen bei der Berechnung und Skalierung dieser psychoakustischen Größen auf der Grundlage des Sottek-Gehörmodells beschrieben sowie die Notwendigkeit, deren gerade noch wahrnehmbare Unterschiede systematisch zu ermitteln. Dies führt zu einer genaueren Bewertung von Unterschieden in der Klangwahrnehmung, was ein wichtiger Indikator für die akustische Qualitätskontrolle ist.
Biography: Professor Dr.-Ing. Roland Sottek is Chief Scientific Advisor at HEAD acoustics. Since 2016, he has also been an Adjunct Professor in Psychoacoustics at the Division of Applied Acoustics at Chalmers University of Technology. He received a diploma in electrical engineering from the Technical University of Aachen in 1987 and was awarded his doctorate in 1993 for his dissertation entitled "Signal Processing Model of the Human Auditory System." From 1987 to 1988, he worked as a scientist at the Philips Research Laboratory in Aachen. In 1989 he joined HEAD acoustics, where he initially served as Principal Scientist and subsequently assumed the role of Head of the HEAD Consult NVH department. In 2002, he was appointed Director of the newly established HEAD Research NVH department. In June 2023, he received the new role of Chief Scientific Advisor, which entails providing direct scientific expertise to the Managing Director.
A cornerstone in psychoacoustic research was his development of the Sottek Hearing Model, which provides a comprehensive framework for understanding the nuances of sound perception, including loudness, tonality, roughness, fluctuation strength, sharpness, and impulsiveness. This model has broad applications in audio technology, automotive acoustics, and product sound development. His current research activities are focused on the further development of models of human perception, and the localization and characterization of sound sources. Additionally, he is engaged in research related to noise engineering and digital signal processing, as well as experimental and numerical methods for sound-field calculation.
