Vortrag im Rahmen der Rüstkammer Talks

23.09.2025 19:00

Sonja Tröster, „Singende Ritter und der Klang der Schlacht von Pavia“

Dienstag, 23. September 2025 – 19:00 Uhr – Weltmuseum Wien | Neue Hofburg, Heldenplatz | WMW Forum

Der Vortrag widmet sich anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Schlacht von Pavia (1525) der akustischen Dimension dieses historischen Ereignisses. Obwohl die politischen Folgen der Schlacht zunächst begrenzt waren, markierte sie doch einen symbolischen Erfolg für Kaiser Karl V., der von der habsburgischen Propaganda als bedeutender Sieg glorifiziert wurde.

Die Klangwelt dieser Schlacht könnte in der Komposition La bataglia taliana des in Mailand wirkenden Hermann Matthias Werrecore künstlerisch verarbeitet sein. Wie klang also eine derartige Schlacht? Neben den Kampfgeräuschen stehen in der Schlacht selbst die militärischen Signale von Trompeten, Pfeifen und Trommeln im Zentrum, die auch gezielt als strategisches Mittel der Kriegsführung eingesetzt werden konnten.

Darüber hinaus diente Musik als Symbolträger: Kompositionen wie die eingangs erwähnte Battaglia oder Lieder wurden genutzt, um Feinde zu verspotten, Heldentaten zu preisen oder das Andenken an Schlachten zu wahren. Dass auch Soldaten sich für Musik begeistern konnten, verrät eine zentrale Figur der Schlacht von Pavia, Georg von Frundsberg. Er ist auch als „Vater der Landsknechte“ bekannt und Teile seiner Rüstung befinden sich heute in den Sammlungen der Hofjagd- und Rüstkammer. Eine zeitgenössische Biographie über Frundsberg berichtet von einem Lied, das er nach der Schlacht gedichtet haben soll, und das er sich zur Unterhaltung gerne vorsingen ließ. Das Lied des Ritters und die Frage nach Zufall oder gezielter Propaganda seiner weiteren Rezeption bilden den Abschluss dieses Überblicks zur Rolle und Funktion der Musik während und nach der Schlacht.

Herzliche Einladung!