Geschichte
Die Musikwissenschaft an der Universität Wien reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück: Eduard Hanslick prägte die musikästhetischen und -historischen Anfänge, Guido Adler schärfte das Profil mit der Unterscheidung von Historischer und Systematischer Musikwissenschaft. Aus der Wiener Stilforschung entstand eine einflussreiche, später kritisch reflektierte Tradition; parallel entwickelte sich früh eine Vergleichende Musikwissenschaft mit globalen Perspektiven. Die politischen Brüche der 1930er/40er Jahre – Verfolgung, Enteignungen und personelle Kontinuitäten nach 1945 – markieren dunkle Kapitel in der Geschichte. Seit den 1970er Jahren erweiterte sich das Fach methodisch und institutionell, von Quellenkritik und Analyse über sozial- und kulturgeschichtliche Ansätze bis zu natur- und kognitionswissenschaftlichen Verfahren.
Heute vereinigt das Institut Forschungsrichtungen, die unterschiedliche Gegenstände, Methoden und Wissenschaftstraditionen vertreten. Diese Vielfalt entstand aus Prozessen der Institutionalisierung, methodischen Neuorientierung, Ausdifferenzierung und auch aus Brüchen mit älteren Forschungstraditionen.
Hier finden Sie einen Überblick über die Geschichte des Fachs an der Universität Wien – von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur heutigen Struktur des Faches sowie die Bibliographie mit relevanten Literaturquellen:
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Von Musikästhetik und Musikgeschichte zur Musikwissenschaft
Die Geschichte der Musikwissenschaft an der Universität Wien reicht in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück und ist eng mit der Entstehung des Faches als akademischer Disziplin verbunden. Einen wichtigen Ausgangspunkt bildete Eduard Hanslick, der sich 1856 mit seiner zwei Jahre zuvor erschienenen Schrift Vom Musikalisch-Schönen für „Geschichte und Ästhetik der Tonkunst“ habilitierte. 1861 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt; 1869 richtete die Universität Wien für ihn eine ordentliche Professur für „Geschichte und Ästhetik der Tonkunst“ ein. Damit erhielten musikgeschichtliche und musikästhetische Fragestellungen erstmals einen dauerhaften institutionellen Ort an der Universität Wien.
Die Musikwissenschaft befand sich zu dieser Zeit allerdings noch in der Herausbildung als eigenständige akademische Disziplin. Eine Schlüsselrolle spielte dabei Guido Adler, der sich 1882 an der Universität Wien mit seinen Studie zur Geschichte der Harmonie habilitierte. In seinem programmatischen Aufsatz „Umfang, Methode und Ziel der Musikwissenschaft“ von 1885 entwarf er eine Systematik des Faches, die dessen weitere Entwicklung nachhaltig beeinflussen sollte. Adler unterschied zwischen einer historischen und einer systematischen Musikwissenschaft und ordnete beiden Bereichen unterschiedliche Teilgebiete und Methoden zu. Die Vergleichende Musikwissenschaft erhielt innerhalb der Systematischen Musikwissenschaft einen eigenen Platz. Adlers Entwurf zielte damit auf eine umfassende Systematisierung der Gegenstände und Methoden des noch jungen Faches.
Nach einer außerordentlichen Professur an der Deutschen Universität Prag kehrte Adler 1898 als Nachfolger Hanslicks nach Wien zurück. 1899 baute er die Musikhistorische Lehrmittelsammlung auf, auf deren Grundlage die Lehrkanzel 1901 in ein Institut umgewandelt wurde. Zusammen mit der 1893 von Adler initiierten Reihe Denkmäler der Tonkunst in Österreich entstand damit eine Forschungsinfrastruktur, die Quellenerschließung, Edition, Lehre und historische Forschung eng miteinander verband. Unter Adler entwickelte sich Wien zu einem international bedeutenden Zentrum der Musikwissenschaft. Studierende aus zahlreichen Ländern kamen an das Institut, und eine Reihe seiner Schüler prägte später die Entwicklung des Faches innerhalb und außerhalb Österreichs.
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Stilforschung und Wiener musikhistorische Schule
Seit den 1910er Jahren trat ein Forschungsansatz zunehmend in den Vordergrund, der die Wiener historische Musikwissenschaft nachhaltig prägen sollte: die Stilforschung. Während Adlers Systematik von 1885 zunächst vor allem die Gegenstände und Teilbereiche der Musikwissenschaft bestimmt hatte, rückte nun die Frage ins Zentrum, wie sich musikalische Werke aufgrund ihrer strukturellen Eigenschaften historisch erfassen und miteinander in Beziehung setzen ließen.
Grundlegend wurde Adlers 1911 erschienenes Buch Der Stil in der Musik. Stil verstand Adler als Ergebnis einer Vielzahl musikalischer Merkmale, die durch vergleichende Untersuchung von Werken erschlossen werden konnten. Melodik, Harmonik, Rhythmik, Mehrstimmigkeit, Form, Klang und Instrumentation gehörten zu den Kriterien, anhand derer sich musikalische Individual-, Gattungs- und Epochenstile bestimmen ließen. Stilgeschichte sollte es ermöglichen, einzelne Werke in größere historische Zusammenhänge und Entwicklungsprozesse einzuordnen.
In seiner Methode der Musikgeschichte von 1919 entwickelte Adler diese Vorstellungen weiter. Die Analyse musikalischer Strukturen, die kritische Arbeit an den Quellen und die Rekonstruktion historischer Entwicklungen wurden auf diese Weise eng miteinander verbunden. Die Stilforschung wurde zu einem wesentlichen Merkmal jener musikhistorischen Forschungstradition, die später häufig als Wiener Schule der Musikwissenschaft bezeichnet wurde. Zu ihr werden neben Adler insbesondere Schüler wie Wilhelm Fischer, Rudolf von Ficker und Egon Wellesz gerechnet.
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Die Anfänge der Vergleichenden Musikwissenschaft
Parallel zur historischen Musikwissenschaft entwickelte sich in Wien eine zweite Forschungstradition. 1908 wurde für Richard Wallaschek ein Extraordinariat für „Vergleichende Musikwissenschaft“ eingerichtet. Wallaschek interessierte sich für Musik in einer globalen Perspektive und verband deren Untersuchung unter anderem mit psychologischen, anthropologischen und naturwissenschaftlichen Fragestellungen. 1920 wurde das Extraordinariat mit Robert Lach besetzt.
Nach Adlers Emeritierung 1927 wurde Lach dessen Nachfolger auf der ordentlichen Professur für Musikwissenschaft, während Rudolf von Ficker das Extraordinariat übernahm. Zwischen Adler und Lach bestanden erhebliche wissenschaftliche und persönliche Konflikte. Nach Fickers Berufung nach München 1931 entfiel das Extraordinariat.
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Politische Brüche: Austrofaschismus und Nationalsozialismus
Die Geschichte des Instituts in den 1930er und 1940er Jahren ist eng mit der politischen Radikalisierung der Universität Wien verbunden. Robert Lach vertrat deutschnationale und antisemitische Positionen und trat 1933 der damals in Österreich illegalen NSDAP bei. Seine Berufung zum Nachfolger Adlers war bereits 1927 von politischen und antisemitischen Konflikten begleitet gewesen. Als Mitglied des geheimen antisemitischen Professorennetzwerks „Bärenhöhle“ hatte Lach unter anderem eine Anstellung Egon Wellesz’ an der Universität Wien verhindert.
Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 wurden jüdische und politisch unerwünschte Angehörige aus der Universität ausgeschlossen und verfolgt. Auch die Geschichte der Musikwissenschaft war davon unmittelbar betroffen. Robert Lach blieb bis zu seiner Pensionierung 1939 im Amt. 1940 wurde Erich Schenk Ordinarius und Leiter des Instituts. Schenk war zwar kein Mitglied der NSDAP, hatte sich jedoch bereits vor 1938 nationalsozialistischen Organisationen angeschlossen und übernahm während des Regimes verschiedene wissenschafts- und kulturpolitische Funktionen. Auch in seinen Publikationen passte er sich teilweise der nationalsozialistischen und rassistischen Terminologie an. Sein christlich-national geprägter Antisemitismus ist jedoch nicht lediglich als Anpassung an die nationalsozialistischen Verhältnisse zu verstehen. Zugleich nutzte Schenk die politischen und institutionellen Bedingungen des Regimes opportunistisch für seinen wissenschaftlichen Aufstieg und seine akademische Karriere.
Ein besonders belastetes Kapitel betrifft den Umgang mit Guido Adlers Privatbibliothek. Adler war nach 1938 aufgrund seiner jüdischen Herkunft der nationalsozialistischen Verfolgung ausgesetzt. Nach Adlers Tod im selben Jahr war Schenk maßgeblich an der Beschlagnahmung von Teilen seiner Bibliothek und ihrer Überführung an das Musikwissenschaftliche Institut beteiligt. Adlers Tochter Melanie, die vergeblich ihre Ausreise zu erreichen versuchte, wurde 1942 deportiert und in Maly Trostinec ermordet.
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Nach 1945: Kontinuitäten, Ausbau und die Vergleichende Musikwissenschaft
Das Ende des Nationalsozialismus führte am Institut nicht zu einem umfassenden personellen Neubeginn. Erich Schenk blieb bis 1971 Ordinarius und Institutsvorstand; 1950/51 war er Dekan der Philosophischen Fakultät und 1957/58 Rektor der Universität Wien. Die Nachkriegszeit war damit sowohl von wissenschaftlichem und institutionellem Ausbau als auch von erheblichen personellen Kontinuitäten geprägt.
1949 übersiedelte das Institut in die Universitätsstraße 10, 1963 in das neu errichtete Neue Institutsgebäude (NIG) in der Universitätsstraße 7. Im selben Jahr wurde das Extraordinariat für Vergleichende Musikwissenschaft wiedererrichtet und mit Walter Graf besetzt; 1973 übernahm sein Schüler Franz Födermayr die neu geschaffene Professur für Vergleichende Musikwissenschaft.
Graf und Födermayr entwickelten einen Ansatz, der kultur- und sozialwissenschaftliche mit naturwissenschaftlichen, insbesondere akustischen, physiologischen und psychologischen Perspektiven verband. Der systematische Vergleich zielte darauf, Bedingungen musikalischer Produktion und Wahrnehmung über einzelne Musikkulturen hinaus zu untersuchen. Seit den 1970er Jahren etablierte sich dafür zunehmend die Bezeichnung „Vergleichend-Systematische Musikwissenschaft“.
Die Vorstellung einer kontinuierlichen „Wiener Schule“ von Wallaschek über Lach und Graf bis zu Födermayr entstand allerdings erst nachträglich. Vor allem Graf entwickelte seit den 1950er Jahren das Narrativ eines spezifisch Wiener, über Lehrer-Schüler-Beziehungen tradierten Ansatzes, das Födermayr später fortführte. Neuere wissenschaftsgeschichtliche Forschungen betonen daher den Konstruktcharakter dieser Tradition: Das Kontinuitätsnarrativ konnte wissenschaftliche, institutionelle und politische Brüche verdecken und zugleich ein bestimmtes Fachverständnis legitimieren. Aus diesem Rahmen fällt jedenfalls die langjährige, bis in die 2020er Jahre reichende Lehr- und Forschungstätigkeit des Privatdozenten Gerhard Kubik, der mit seinen Untersuchungen zur afrikanischen Musik internationale Reputation erlangte und sich weder institutionell noch methodisch ohne Weiteres in die postulierte Kontinuität einer „Wiener Schule“ einordnen lässt.
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Ausdifferenzierung und Neuorientierung seit den 1970er Jahren
Parallel dazu wurde auch die Historische Musikwissenschaft institutionell stärker ausdifferenziert. Nach Schenks Emeritierung wurde 1971 Othmar Wessely auf die Professur berufen; 1972 entstand eine zweite Lehrkanzel für Historische Musikwissenschaft. Nach dem Tod Franz Zagibas wurde 1981 Walter Pass Professor für Historische Musikwissenschaft mit besonderer Berücksichtigung der älteren Musikgeschichte. Nach dem Tod von Wessely übernahm Gernot Gruber 1995 die Lehrkanzel für Historische Musikwissenschaft. Die Historische Musikwissenschaft erweiterte in diesen Jahrzehnten zugleich ihr methodisches Spektrum. Neben Quellenkritik, Edition, Analyse und Stilgeschichte gewannen sozial-, und rezeptionsgeschichtliche Fragestellungen sowie musikhermeneutische Ansätze zunehmend an Bedeutung. Daneben setzten außerordentliche Professoren eigene Forschungsakzente, darunter Herbert Seifert mit einem Schwerpunkt auf der Oper des 17. und 18. Jahrhunderts und Manfred Angerer im Bereich der Musikästhetik. Dank der engen Verbindung mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, insbesondere durch die Tätigkeit des Privatdozenten Theophil Antoniceks, wurde die am Institut bereits etablierte Forschung zur Wiener Musikgeschichte weitergeführt und ausgebaut.
1997 übersiedelte das Institut auf den neu eingerichteten Universitätscampus im ehemaligen Allgemeinen Krankenhaus. Ein Jahr später wurde das hundertjährige Bestehen der 1898 unter Adler begründeten Lehrmittelsammlung gefeiert.
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Traditionen und Brüche im 21. Jahrhundert
Einen tiefgreifenden Einschnitt in die Tradition der Vergleichend-Systematischen Musikwissenschaft brachte die Neubesetzung der Professur nach der Emeritierung Franz Födermayrs. Mit Regine Allgayer-Kaufmann, die 2002 auf die Professur für Vergleichende Musikwissenschaft berufen wurde, setzte sich eine dezidiert ethnomusikologische Orientierung durch. Musik wurde nun verstärkt als kulturelle und soziale Praxis untersucht; Feldforschung, die Perspektiven der musikalischen Akteurinnen und Akteure und die Analyse konkreter kultureller Kontexte rückten in den Mittelpunkt. Damit löste sich die Professur von dem durch Graf und Födermayr geprägten Modell einer Verbindung von vergleichender und systematischer Forschung.
Diese Neuorientierung hatte zugleich institutionelle Konsequenzen. Damit stellte sich zugleich die Frage nach einer unabhängigen institutionellen Verankerung der systematischen und empirisch-naturwissenschaftlichen Forschungsansätze. 2008 wurde deshalb eine eigenständige Professur für Systematische Musikwissenschaft geschaffen und mit Christoph Reuter besetzt. Zu ihren Schwerpunkten gehören u.a. Instrumenten-, Raum- und Psychoakustik, Klangsynthese und Audiosignalanalyse, Musikpsychologie sowie musik/geräuschbezogene Fragestellungen. Flankiert wird dieser Bereich durch eine neu eingerichtete Tenure-Track-Professur für Neuromedialität, besetzt seit 2022 mit Anja-Xiaoxing Cui, die das Spektrum der systematischen und empirischen Erforschung von Musik am Institut mit Methoden aus der experimentellen Psychologie und Neurowissenschaft und einem Fokus auf die kognitive Verarbeitung und Auseinandersetzung mit Musik weiter ausdifferenziert. Diese Weiterentwicklungen wurden mit der Gründung des Space for Interdisciplinary Experiments on Sound (SInES) im Jahr 2023 gebündelt vorgestellt. Unter SInES verbinden sich nun nicht nur die Veröffentlichung von quantitativen Tools und neueste Infrastruktur wie ein Virtual Reality Cave im reflexionsarmen Raum, die zur Erforschung von Klang und Musik genutzt werden können, sondern auch konkrete Experimente, welche die Wirkung von Musik auf Gehirn und Kognition erforschen.
Auch die Historische Musikwissenschaft wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts neu profiliert. 2004 wurde Birgit Lodes auf die Professur mit einem Schwerpunkt in der älteren Musikgeschichte berufen. 2010 folgte Michele Calella auf die Professur für Neuere Historische Musikwissenschaft. Die weiterhin zentrale Beschäftigung mit der Musikgeschichte Wiens und der unterschiedlichen Regionen des ehemaligen Habsburgerreichs sowie dessen Nachfolgestaaten öffnete sich verstärkt Ansätzen der kulturwissenschaftlichen Wende. Damit ging eine zunehmende thematische und methodische Ausdifferenzierung der Forschung einher, die ein breites Spektrum von der älteren bis zur jüngsten Musikgeschichte und von werk-, quellen- und institutionsgeschichtlichen Fragestellungen bis zu kultur- und sozialgeschichtlichen Ansätzen umfasst. Zugleich gewann die historische Musikforschung am Institut durch internationale Kooperationen und eine verstärkte Drittmittelförderung eine zunehmend internationale Ausrichtung. Längerfristige Forschungsprojekte und die Einbindung zahlreicher Wissenschaftler*innen aus dem Ausland förderten dabei den kontinuierlichen Austausch über institutionelle und nationale Grenzen hinweg. Diese fachliche Öffnung spiegelt sich auch in der jüngeren Entwicklung des Instituts. Die Einrichtung einer Tenure-Track-Stelle mit dem Schwerpunkt ‚Musikkulturen des 20./21. Jahrhunderts, unter besonderer Berücksichtigung der Populären Musik‘, besetzt seit 2023 mit Marc Brooks, erweitert den Blick auf jüngere und gegenwärtige Musikkulturen und stärkt zugleich die Auseinandersetzung mit Ansätzen der Cultural Studies.
Nach der Verabschiedung Regine Allgayer-Kaufmanns 2015 wurde die Professur für Vergleichende Musikwissenschaft ausdrücklich um den Zusatz „Ethnomusikologie“ erweitert. 2017 erfolgte die Berufung Julio Mendívils auf die Professur für Vergleichende Musikwissenschaft (Ethnomusikologie). Die institutionelle Entwicklung spiegelt damit zugleich grundlegende Veränderungen dieses Forschungsgebiets wider: Die heutige Ethnomusikologie untersucht Musik vor allem in ihren kulturellen, sozialen und politischen Zusammenhängen, reflektiert ihre eigenen theoretischen und methodischen Voraussetzungen aus postkolonialer Perspektive und bezieht zunehmend auch interventionistische Forschungsansätze ein.
Heute vereinigt das Institut Historische Musikwissenschaft, Ethnomusikologie und Systematische Musikwissenschaft und damit Forschungsrichtungen, die unterschiedliche Gegenstände, Methoden und Wissenschaftstraditionen vertreten und eine eindrucksvolle Vielfalt an Perspektiven auf das komplexe Phänomen Musik erlauben.
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