Biographien und Werkanalysen ost-/zentralafrikanischer Komponisten

FWF-Projekt P 30718
Projektlaufzeit: 2018–2020

Leitung: Doz. Ao. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Kubik
Mitarbeit: Mag. Dr. Moya Aliya Malamusi

Wie in anderen Weltkulturen ist auch in den Kulturen Afrikas ein Komponist/ Instrumentalist nicht durch jene Kenntnisse definiert, die er oder sie mit ihrer sozialen Umgebung gemeinsam hat, sondern durch spezielle, erlernte  Fertigkeiten und besonderes Wissen. Sie konstituieren das persönliche, kulturelle Profil des Künstlers. Diesen Bereich von Fall zu Fall aufzurollen, ist eine der Aufgaben, die sich dieses Drei-Jahres-Projekt stellt. Von Gerhard Kubik und anderen seit 1959 gesammeltes Material soll durch neue Forschungen ergänzt und abgerundet werden. Dabei konzentriert sich das Projekt auf die Länder Uganda, Tanzania, Zambia, Malawi und Angola. Die biographische Erfassung der in Komposition aktiven Persönlichkeiten konzentriert sich auf Individualgeschichte und die Beziehungen des kreativen Individuums zur sozialen Umgebung. Lokale und interregionale Akzeptanz, Konflikt, Dissidenz, Familien- und Peer Group-Einflüsse, Erfahrungen von Gender-, Alters- und ethnischer Diskriminierung sind einige Themen, die wir behandeln werden. Der historische, vergleichende Teil unserer Untersuchung befasst sich mit grundlegenden afrikanischen Kompositionsmethoden (z.B. Verzahnung von Reihen, Überspring-Verfahren in der Mehrstimmigkeit) und den Verfahren zur Bildung akustischer Illusionen, Phantom-Melodien, die Träger verborgener Texte sind und auch zu improvisatorischen Textentwicklungen anregen können.