Memory for music

FWF Einzelprojekte
Grant-DOI: 10.55776/PAT4332724

Leitung: Ass. Prof., Dr. Anja-Xiaxing Cui
Team: Narly Golestani (co-PI) (Wien)
+ 1 PraeDoc + 1 PostDoc
Christian Gold (co-PI) (Bergen)
Marcela Lichtensztejn (Buenos Aires)
Projektlaufzeit: 2025–2029

Englische Version

Musik ist für viele Menschen ein unabdingbarer Teil des Lebens, ob bei speziellen Anlässen oder im Alltag. Beim Musikhören können dabei lebendige Erinnerungen an unser eigenes Leben, andere Menschen, an Orte oder an Erfahrungen geweckt werden. Doch wie erinnern wir uns eigentlich an Musik selbst? Wie genau sieht unser Gedächtnis für Musik aus? Das FWF (Österreichischer Wissenschaftsfonds) Projekt 4332724 „Musik für das Gedächtnis" trägt auch den Nebentitel „Gedächtnis für Musik", denn wir verfolgen zwei wissenschaftliche Ziele: Wir erforschen, wie wir uns überhaupt an Musik erinnern und wie unser Gehirn „Gedächtnis für Musik" ermöglicht. Und sogleich wollen wir wissen, ob wir auch „Musik für das Gedächtnis" nutzen können. 

Beide Forschungsfragen wollen wir beantworten, in dem wir Alzheimerpatient:innen einladen, an einer auf dem aktiven Musizieren basierten Intervention teilzunehmen. Gemeinsam sollen im Laufe der Intervention speziell komponierte Lieder erlernt werden. Mit Methoden der Musikwissenschaft, Psychologie und Neurowissenschaft wird geprüft, wie unser Gedächtnis für Musik entsteht und ob sich das Gedächtnis für Musik sich durch die Intervention verbessert, also ob wir Musik für das Gedächtnis nutzen können. 

Genauer fragen wir: Sind es bestimmte musikalische Ereignisse innerhalb eines Liedes, an die wir uns besonders gut erinnern können? Hierzu analysieren wir mit musikwissenschaftlichen Methoden Aufnahmen davon, wie die einstudierten Lieder gesungen werden, um eben zu schauen, welche Liedelemente besonders gut erinnert werden. Sind etwaige Erinnerungen an Lieder vergleichbar mit anderen Arten von Gedächtnis? Hierzu analysieren wir eine bestimmte Art von Gehirnaktivität, die bei dem Abruf von Gedächtnis zu beobachten ist, während Musik gehört wird. Wie in vorherigen psychologischen Studien werden wir dafür mithilfe von EEG die Gehirnaktivität aufnehmen, wie sie auf der Kopfoberfläche zu messen ist. Und welche Gehirnareale können die Entstehung von neuen Erinnerungen an Musik begünstigen? Hierzu studieren wir mithilfe von bildgebenden Verfahren aus der Neurowissenschaft, ob die Architektur unseres Gehirns Aufschluss darüber gibt, ob Lieder gut erinnert werden. Schließlich fragen wir, ob sich durch die Intervention das Gedächtnis der Patient:innen verändert.Hier in Österreich werden wir Patient:innen, die in Wien wohnen, einladen, an der Studie teilzunehmen. Gleichzeitig bietet unser Forschungsteam die Intervention auch in Norwegen und Argentinien an als Teil eines vom Norwegischen Forschungsrat finanzierten Projekts, um hinterher unsere Ergebnisse mit denen aus anderen Ländern und in anderen Sprachen vergleichen zu können. Dementsprechend international ist daher auch unser Forschungsteam: Neben Forscher:innen aus Wien sind auch Kolleg:innen aus Bergen (Norwegen) und Buenos Aires (Argentinien) an diesem Projekt beteiligt. Bei Fragen über unser Forschungsprojekt können Sie sich jederzeit an unser Forschungsteam wenden.